W116 450SE S-Klasse

10.06.2012, 4:25 pm

Jedes Jahr organisiert das Autohaus Elstner in Jena eine eintägige Oldtimerausfahrt. Auch wir wollten es uns nicht nehmen lassen "Goldie" vorzuführen.

Die Fahrzeugauswahl war bunt gemischt und reichte von Motorrädern über ehemalige Schulbusse und Bundeswehr-Fahrzeuge bis hin zu Oldtimer-Autos erster Güte. Auch einige von unserem Stammtisch ließen sich diesen wunderschönen Tag nicht entgehen um ihren "Liebsten" ein bisschen Bewegung zu gönnen.
Bei der Hälfte der Strecke hat Franzi sogar das Fahrzeug gewechselt und durfte mit Uwe Schmidt von Jena Delikart in seinem komplett restaurierten Framo fahren. Zugegeben, vom Komfort her kein Vergleich zu unserem Mercedes, aber dennoch ein tolles Gefühl sich bei 30 km/h anschreien zu müssen, weil der Motor so laut ist :-)

Wir werden bestimmt auch in den kommenden Jahren bei dieser Tour mitfahren.

26.05.2012, 4:16 pm

Nach der Ausfahrt musste unser Goldener mal wieder in die Werkstatt. Bereits beim Kauf haben wir festgestellt, dass der Gute beim Gas geben ruckelt. Der Vorbesitzer hatte anscheinend schon die richtige Vermutung und uns provisorisch sein bereits gekauftes Kardanwellenmittellager mitgegeben. Und genau das war auch der Übeltäter. Als wir das alte sahen, wurde uns ganz bleich. Es war hundertprozentig noch das allererste – nur eben arg kaputt. Jetzt ruckelt er überhaupt nicht mehr – und er zieht an wie Schwein :-)

Endlich durfte unser W116er sein eigentliches Domizil auf Dauer beziehen und nicht mehr im Regen stehen. Nun dürfen wir an ihm herum basteln.
Und als erstes widmeten wir uns den Fensterhebern. Dafür mussten natürlich sämtliche Türverkleidungen abgenommen (was bis auf die Fahrertür zum ersten Mal geschah), die Schutzfolien sorgsam entfernt und alles gereinigt werden. Zum ersten Mal konnten wir uns so auch die Innenseiten der Türen ansehen, welche prinzipiell sehr gut erhalten sind. Die geplante Restauration kann somit noch eine Weile warten. Am Ende verpassten wir allen Fensterheberteilen etwas grünes Fett und widmeten uns abschließend dem Kampf des Wiedereinbaus der Türverkleidung.

Ein paar Tage später – Mario, von unserem Mercedes-Stammtisch, war zu Besuch – bauten wir die Rücksitzbank aus. Eigentlich wollte Andy nur das Innere mit dem Tornador bearbeiten, aber als ihn dabei schon die halbe Rücksitzbank entgegen gesprungen kam, baute er sie komplett aus. Zum Vorschein kamen Süßigkeiten, 10 Pfennig, 1/4 Franc von 1969, eine Lupe, nochmal Süßigkeiten, eine rote 2 aus einem UNO-Spiel und – Spannung aufbauen :-) – die originale Datenkarte hinter der Rücksitzbanklehne sowie die Fabrikationsmarke für die komplette Polsterausstattung.

Wir freuen uns schon auf das nächste Mal Basteln am Auto. Wer weiß, was wir noch so alles finden werden.



06.05.2012, 4:45 pm

Nachdem unser Goldener endlich bei uns in der Garage stand, war er nach einer Nacht auch schon wieder weg. Der erste Werkstattbesuch bei dem Mechaniker unseres Vertrauens stand an. Die vorderen Gummimanschetten und neue Reifen waren ausschlaggebend für den TÜV. Die Gummimanschetten waren hierbei eher das kleinere Übel – nur der Einbau beschäftigte unseren Mechaniker ein paar Stunden. Schwieriger wurde es bei den Reifen. Wir brauchten 205/70 VR14 95V, weil in der Zulassung eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h angegeben ist und man laut Gesetz noch etwa 8,5 km/h als Toleranz hinzu rechnen muss. Tja, war wohl nichts mit 4-H-Reifen für 250 EUR. Stattdessen mussten wir 235 EUR je Reifen hinlegen. Dafür darf unser Goldener nun mit Vredestein-Reifen durch die Gegend fahren. Überdies hinaus hat er hinten links einen neuen Bremssattel und -schlauch erhalten. Das war der erste Teil der Reparatur. Der TÜV war uns nun sicher.

Und das genau rechtzeitig für unsere erste Oldtimer-Ausfahrt mit unserem Krankenwagen und W116er – dem 15. Frühjahrestreffen. Auf ging es vom 4. bis 6. Mai zum Schleizer Dreieck. Unser W124er diente uns als Schlafplatz und mit dem 116er wurde die Ausfahrt absolviert. Fahren war dabei natürlich nicht nur die Hauptaufgabe. Nein, es mussten auch 4 Prüfungen auf der Strecke gemeistert werden. Sagen wir mal so: die Aufgaben sollten das Wissen über das eigene Fahrzeug prüfen. Was uns nach nur einer Woche Besitztum nicht gerade leicht viel. Aufgabe 1 lautete bspw.: 1,80 m rechts vom Balken stehen zu bleiben. Wir hatten 2,99 m. Die restlichen Aufgaben verliefen ähnlich. Daher möchten wir an dieser Stelle auch keine Platzierung nennen :-)

Selbstverständlich lernten wir wieder einmal jemanden kennen. Erstaunlicherweise ein Paar, welches nicht nur aus Jena kommt sondern ebenfalls in unserem Alter ist. Das sie keinen Mercedes-Splin wie wir hatten, mag ihnen an dieser Stelle verziehen sein. Stattdessen fuhren sie mit einem Audi 80, Dreitürer, Baujahr '82, 4-Zylinder-Diesel und frisch gebackenem H-Kennzeichen vor. Ein absoluter Glücksgriff aus 1. Hand Familienbesitz. Da kam auch von unserer Seite etwas Neid auf.



26.04.2012, 10:24 pm

Nun ist es endlich soweit. Wir haben unser Schmuckstück zu Hause in Jena. Er ist gerade noch in unserer Werkstatt. Es müssen neue Reifen drauf und ein paar kleine Sachen gemacht werden, so dass er durch den TÜV kommt. Er wird in ein paar Tagen wieder auf unserem Hof stehen.

 

03.04.2012, 11:20 pm

Aller guten Dinge sind drei! Man mag es klaum glauben, aber bereits nach dem dritten Anlauf konnten wir unsere Suche nach dem ikonengoldenen beenden. Wir haben unseren 70er Jahre Mercedes gefunden!

450 SE mit Schiebedach, Klimaanlage, Zentralverriegelung, Tempomat, elektrische Fensterheber, Mittelarmlehne vorn, Nebelscheinwerfer und und und ... Die Liste der Extras ist lang. Im Juni 1973 verließ er das Werk in Deutschland und sollte in die USA. Entweder kam er dort nie an oder stand bei den Amis nur rum. Fakt ist, ein Jahr später wurde er in Deutschland zugelassen und blieb auch hier. Weil er die US-Ausstattung hat, verfügt er über einen Meilentacho, welcher mit einem Checkheft nachgewiesen werden kann. Laut diesem wurde der ikonengoldene in den letzten 15 Jahren nur 10.000 Meilen gefahren. Seit 1996 stand er in einer Scheune und 1997-2008 war er stillgelegt. Danach wurde er liebevoll Stück für Stück wieder aufgearbeitet und nun an uns übergeben. Natürlich muss hier und da noch etwas gemacht werden, aber dafür ist er ein Oldtimer geworden. 
Ach, und die Probefahrt war einfach nur ein Genuss. Der Motor läuft rund und je schneller man fährt umso mehr saugt er sich an die Straße.

Ende April konnten wir ihn endlich abholen.



31.03.2012, 4:34 pm

Heute war unser zweiter Kandidat dran. 450 SE – also keine Langversion – ohne Schiebedach, ebenfalls mit einer Neulackierung. Vorgeschichte war bis auf den jetzigen Besitzer nicht vorhanden. Selbst der Fahrzeugschein wurde verloren, so dass man nur vermuten kann, wie viele Vorbesitzer der ikonengoldene hatte. Die Tachouhr zeigte 68.000 km an. Es soll irgendwann ein neuer Motor reingekommen sein. Belege gibt es auch hierfür nicht. Alles ein wenig fragwürdig.

Unser Abhacken der Check-Liste fiel deutlich positiver aus als beim ersten Mal. Wie vorab erwähnt, weist eine Tür Rost auf. Wir fanden aber noch weitere leichte Stellen, die behandelt werden müssten. Aber alles noch im Rahmen. Was uns endgültig zum Absagen überzeugt hat, war zum einen die Innenausstattung und zum anderen das Fahrverhalten während der Probefahrt. Die Sitze wurden vom Vorbesitzer mit einem beigem Mercedes-ähnlichem Bezug neu bezogen. Die Türverkleidung war ebenfalls beige mit Ausnahme der Fensterhebelabdeckung, welche braun war. Braun waren auch die unteren Amaturverkleidungen sowie die Teppiche. Nur die Sitzschienenabdeckung war blau. Ein einziges Mysterium. Während der Probefahrt mussten wir feststellen, dass das Fahrzeug selbst beim leichtesten Bremsen stark nach links zieht. Die Reparaturkosten könnten sich auf die Servopumpe, Lenkgestänge und/oder die Koppelstangen beziehen. Zu unsicher für uns.



25.03.2012, 9:18 pm

Heute sahen wir uns unseren potentiellen ersten ikonengoldenen an. Von der Ausstattung her wäre er genau so, wie wir ihn haben wollten: hohe Motorisierung, Langversion (450 SEL), Schiebedach und grüne Velourausstattung.

Unsere Vorfreude war selbstverständlich riesig. Hinzu kam, dass er vor 3 Jahren eine Komplettlackierung bekommen hatte. Er sollte also in einem strahlenden Glanz da stehen. Doch bereits beim ersten Hinsehen entdeckten wir auf der frischen Lackierung die ersten Blasen am vorderen Radlauf sowie Wasserflecken auf der Hutablage. Das letztere ist ein eindeutiges Anzeichen für eindringendes Wasser. Ein schlechtes Zeichen. Als wir anhand unserer Check-Liste im Innenraum ankamen, bestätigte sich unser Verdacht des Wassereinbruchs. Unter wirklich jeder Fußmatte fanden wir nicht nur Rost sondern auch die ersten "Guck-"Löcher. Im Kofferraum ging es weiter mit dem "roten Tod". Auch wenn wir unsere Entscheidung ab diesem Zeitpunkt bereits getroffen hatten, wollten wir die Probefahrt noch machen. Der Motor muss auch getestet werden. Es stellte sich hier ebenfalls heraus, dass dieser nicht die versprochene 450er-Leistung gibt sowie Klackergeräusche zu hören sind.

All diese Reparaturarbeiten hätten unser Budget viel zu schnell aufgefressen. Nein, danke.



W116 S-Klasse

Im Jahre 1972 brachte Mercedes-Benz – damals noch Daimler-Benz – die W116er Reihe auf den Markt und erweckte die "S-Klassen" zum Leben. Die Front verschafft jedem Mercedes noch heute Respekt auf den Straßen und der zahlreiche Chrom blitzt und blinkt an jeder Ecke des Fahrzeugs. Für uns ein Traum vom perfekten Oldtimer!

Aus diesem Grund sind wir auch speziell auf der Suche nach einer S-Klasse gewesen. Und wie der Name unserer Homepage verspricht, muss dieser in ikonengold (419H) sein. Es ist einfach die perfekte 70er Jahre Farbe. Sie wurde auch nur von 1972-79 zum Lackieren verwendet. Speziell ist die Farbe im Vergleich zu mimosengrün, mausgrau und zitronengelb dennoch. Aus diesem Grund ist es nicht einfach einen Wagen mit einer guten Substanz zu finden. Da alte Autos auch immer Rost und Arbeit bedeuten.

Für uns optimal war daher eine S-Klasse mit hoher Motorisierung, Langversion mit grüner Velourausstattung und Schiebedach. Der Seltenheitsgrad steigt bei diesen Punkten noch mehr. Wir haben uns davon aber nicht klein kriegen lassen und uns auf die Suche nach unserem zukünftigen Prachtstück gemacht.